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Sep 17
Gegenüberstellung Smartphone und Blog

Wieso manche Mobilgeräte via Hotspot besser performen als LTE-Router

Frage: Warum habe ich besseres Internet mit meinem Smartphone (Hotspot) als mit einem Router?

Antwort: Kurz gesagt: Der Grund dafür ist, dass viele Router (sogar bekannte Marken) veraltete Technologien nutzen und deswegen eine schwächere Leistung aufweisen. Der technologische Fortschritt bei Smartphones übertrumpft die Weiterentwicklung von Routern inzwischen bei weitem.

Dich interessiert diese Thematik im Detail?

Teilweise erreichen uns Kundenanfragen, in denen es darum geht, dass ein LTE-Router gekauft wurde und die Download-Geschwindigkeiten allerdings nicht überzeugend sind. Auch wenn diese Situation nicht erwünscht ist, so kann sie relativ einfach erklärt werden.

Die Gründe für eine schwache Performance des Routers liegen darin, dass das Gerät nicht optimal installiert und konfiguriert wurde. Ein paar falsche Entscheidungen und schon leidet die Bandbreite und damit natürlich die Geschwindigkeit. Damit das nicht passiert, ist es sinnvoll, einen Experten zu Rate zu ziehen. Der Ansprechpartner bei der Vitel GmbH für solche Belange ist Dennis Hofheinz, seines Zeichens Sales Engineer und Bastler aus Leidenschaft.

Installationsschwierigkeiten beim Router und bei den Antennen sind nicht der einzige Grund für eine schlechte Verbindung. Wir müssen uns auch die Hardware-Spezifikationen und Produktfeatures genau anschauen. Selbst manche der neuesten Router haben Technologien und Software-Features verbaut, die in Smartphones bereits vor zwei bis vier Jahren Stand der Technik waren. Den Router-Herstellern kann man an dieser Stelle keinen Vorwurf machen, da es einfach von den Skaleneffekten abhängt, wie schnell eine neue Technologie umgesetzt werden kann. Manche Router kommen trotz dieser Schwierigkeiten auf sehr gute Werte.

“Mein Handy übertrumpft meinen Router!” – was nun?

Es ist keine Seltenheit, dass Router von Smartphones hinsichtlich der Performance ausgehebelt werden.

Die Gründe im Detail sind:

  • UE LTE Category Class (CAT) – LTE UE, d.h. LTE (Long Term Evolution = 4G Mobilfunkstandard) User Equipment (UE)-Kategorien oder -Klassen beschreiben die Leistungsspezifikationen von LTE-Geräten. Sie erleichtern LTE-Basisstationen die Kommunikation, da diese bereits die zu erwartende Leistungsfähigkeit kennen.
  • Carrier Aggregation Bands – Das gleichzeitige Nutzen mehrerer Bänder eines Providers ist eine Methode, die in der digitalen Kommunikation verwendet wird, um die Datenrate pro User nach oben zu schrauben. Mehr als ein Frequenzblock (ein sogenannter Component Carrier) wird dabei demselben User zugeordnet.
  • MiMo-Antennenkonfiguration – Räumliches Bündeln von Frequenzen und Verbindungen benötigt eine MIMO Antennenkonfiguration. Beim räumlichen Bündeln wird eine hoch-performantes Signal in viele niedrig-performante Signale aufgeteilt und jeder Datenstrom wird von einer unterschiedlichen Sendeantenne im selben Frequenzkanal übertragen.

Allgemein profitieren Mobilgeräte von den Skaleneffekten in der Produktion am meisten. Stationäre Router werden nicht in der gleichen Anzahl produziert, und verwenden deshalb nicht die neuesten LTE Category Chipsets. Diese veralteten Chipsets verfügen nicht über die gleiche Leistungsfähigkeit wie die neuen Chips, die in Smartphones verbaut sind. Der Unterschied ist vergleichbar mit CAT 4/6 vs. CAT 18/20/21. Die Outdoor CPE* (gezeigt in der Tabelle unten) beispielsweise nutzt CAT 12. Sie ist eine höherpreisige und damit höherwertige Antenne, die den durchschnittlichen Router mit CAT4/6 an Leistung übertreffen wird.

Die folgende Tabelle zeigt eine Vielzahl an Mobiltelefonen mit ihren UE-Category-Klassifizierungen. Die stationären Router sind in der Tabelle für Vergleichszwecke aufgelistet:

Smartphone vs. Router

Kategorie (Category)Download-Speed (Mbps)Upload-Speed (Mbps)Beispiel-Gerät(e)Anbieter-BündelungMiMo-Ebenen
Cat-310050iPhone 5Bis zu 2x2
Cat-415050iPhone 6
Samsung Galaxy S5
Home-Router
Bis zu 2x2
Cat-630050iPhone 6s
Samsung Galaxy S6
Home-Router
Bis zu 2x2 oder 4
Cat-945050Samsung Galaxy Note 7Bis zu 3x2 oder 4
Cat-1260050iPhone 8, 8+, X
Home-Router
Outdoor CPE
Bis zu 4x2 oder 4
Cat-161.00050Samsung Galaxy S8
Sony Xperia XZ Premium
Home-Router
Bis zu 4x2 oder 4
Cat-181.200150Samsung Galaxy S9, S9+
Huawei P20 Pro
iPhone 12
Bis zu 8x2 oder 4 oder 8
Cat-202.000300Samsung Galaxy S10, S10e, S10+, S20, S20+Bis zu 8x2 oder 4 oder 8
Cat-211.400300Huawei P30 (Pro)
Huawei Mate 20 (Pro)
Bis zu 8x2 oder 4 oder 8

Auch wenn veraltete Technologien in den Routern verwendet werden (mit weniger fortschrittlichen Hardware-Features, die weniger Durchsatz erzielen), können die anderen Vorteile massiv ins Gewicht fallen. Wird ein solcher Router zum Beispiel mit einer herausragenden Antenne ausgestattet, kann die Verbindung aufgrund der verbesserten relativen Signalstärke stabiler und schneller werden.

Eine Übersicht zu den LTE-Modulen als Teil der Artikelbezeichnung:  

LTE-Modulübersicht 

E-TCAT-4Europa/international
W-TCAT-6Global
K-TCAT-12Global
K-TCAT-18Global

Darüber hinaus kann die Antenne dazu beitragen, eine Netzwerküberlastung zu verhindern. Durch das höhere Carrier-to-Interference (C/I)-Verhältnis kann die LTE-Basisstation mehr Ressourcen zum besseren Signal verlagern. Dies bedeutet, dass der Router mit einer externen Antenne einen großen Vorteil im Vergleich zu einem Router ohne Antenne hat, beispielsweise wenn die Kapazität der Basisstation durch erhöhtes Datenaufkommen eingeschränkt wird. Denn dann benachteiligt das Netzwerk die User Equipments (UEs) mit einer schwächeren C/I-Rate. Beachtenswert ist, dass Router, CPEs und Mobilgeräte alle zur Kategorie UE (User Equipment) gehören.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es wichtig ist, dass die Spezifikationen des Endgeräts über die LTE-Fähigkeiten hinaus zu überprüfen. Ist Ihr Mobilgerät CAT-18-fähig und Sie investieren in einen Router mit ähnlichen Standards, ist das natürlich ideal. Auch wenn die Performance eines CAT-4-Routers natürlich nicht mit diesem höherpreisigen Router mithalten kann, so kann eine externe Antenne die Verbindungs- und Bandbreitensituation für die User jedoch deutlich verbessern.

 

 

*CPE: CPE (Customer Premises Equipment) bezeichnet Hardware, die sich am physischen Standort des Kunden befindet. Die Komponenten sind also nicht beim Service Provider oder irgendwo dazwischen installiert. Beispiele dafür sind Telefone, Set-Top-Boxes für Kabel-TV und DSL-Router.